Patienten-FAQ

Ist die PAMP-Therapie auf bestimmte Krebstypen beschränkt ?

Es handelt sich bei der PAMP-Therapie um eine allgemeine Immunstimulation. Bei den meisten Patienten ist eine gewisse Immunreaktion gegen Krebszellen vorhanden, sie ist grundsätzlich aber zu schwach. PAMP können eine vorliegende Immunantwort massiv verstärken.

Es gibt etliche positive Hinweise aus Experimenten mit Krebsmäusen, die darauf hinweisen, dass die PAMP-Therapie funktionieren könnte. Doch oft lassen sich Mausergebnisse nicht auf den Menschen übertragen. Gibt es Erfahrungen am Menschen ? 

Es gibt zunächst die z.T. erstaunlichen Heilerfolge der "alten" Experimente von Coley und Zeitgenossen in den Jahren 1895-1936 (siehe "Heilende Hitze", amazon). Dort wurden zwar Bakterienextrakte verwendet, während wir zugelassene Medikamente benutzen. Es ist zu vermuten, dass in beiden Fällen PAMP-Substanzen am Heilerfolg beteiligt sind.

Weiter gibt es anekdotische Berichte aus den Krebsbehandlungen mit Vaccineurin (ein Wirkstoff ähnlich Coleys, heute nicht mehr zugelassen wegen möglicher BSE-Verunreinigungen) aus den 1970er-1980er Jahren. Diese wurden zwar nie publiziert - sie liefen in Privatkliniken auf einer sub-akademischen Ebene - aber es wurden mündlich z.T. sogar Heilungen von aggressiven Krebsformen wie Bauchspeicheldrüsenkrebs berichtet.

Weiterhin gibt es die Heilerfolge mit hochdosiertem, multimodal verabreichtem Mistelextrakt und die anderen Fallstudien in "Heilende Hitze" mit PAMP-Behandlungen. Diese Fälle folgten nicht unserem PAMP-Protokoll - das wurde später entwickelt -, hatten aber vermutlich denselben Wirkmechanismus. Wir vermuten, dass unsere PAMP-Therapie aufgrund der Kombination mehrerer PAMP noch erfolgreicher sein kann. Unter dem neuen Protokoll haben wir die ersten Remissionen gesehen.

Wir haben das Konzept formal 2016 publiziert, das standartisierte PAMP-Therapieprotokoll wurde dem ärztlichen Interessentenkreis im April 2018 zur Verfügung gestellt, so dass wir noch keine Langzeiterfahrungen haben. Oft wenden unsere Patienten mehrere Therapieformen gleichzeitig an, so dass wissenschaftliche Aussagen schwierig werden.

Eine billige, nebenwirkungsarme Behandlung selbst von Krebsformen mit sehr schlechter Prognose - das hört sich zu gut an, um wahr zu sein. Warum hat sich die PAMP-Therapie noch nicht etabliert ?

Das größte Problem ist der Zeitaufwand von 3-5 Wochen und mehr. Eine PAMP-Immuntherapie kann man nicht neben dem Beruf machen, sie erfordert eine Auszeit und möglicherweise sogar einen langen Atem (siehe die gekürzte Übersetzung eines alten Erfahrungsberichtes).

Die geltenden Leitlinien stehen oft im Wege. Leitlinien enthalten zumeist die Chemotherapie als Standardbehandlung so bald wie möglich nach der Diagnose. Für die PAMP-Therapie benötigen wir aber einige Wochen, bevor immunschädigende Maßnahmen wie Chemo- oder Bestrahlungstherapie eingesetzt werden. PAMP-Therapie ist eine Immunstimulation, sie benötigt ein unbeschädigtes Immunsystem. Leitlinien sind zwar - anders als Richtlinien - nur Behandlungsvorschläge, keine Behandlungsverpflichtungen. Dennoch weichen Ärzte an staatlichen Institutionen aus vielerlei Gründen ungern von den Leitlinien ab. Privatkliniken haben in Bezug auf Leitlinien mehr Freiheiten.

Es gibt die offene Frage der Kassenfinanzierung. Einige Privatkrankenkassen zahlen eine PAMP-Fiebertherapie. Einige Kliniken haben spezielle Fallpauschalen für die Misteltherapie mit den Kassenverbänden ausgehandelt, so dass dort eine Kassenfinanzierung der PAMP-Immuntherapie unter Einbeziehung der Mistel möglich ist. Für gesetzlich Versicherte, die sich ausserhalb dieser Kliniken behandeln lassen, gibt es derzeit noch keine Kassenziffern (GoÄ).

Die Situation ist für die Patienten schwierig. Ohne Kenntnisse in Immunologie kann sich ein durchschnittlicher Patient kaum in kurzer Zeit eine feste Meinung bilden, ob er der PAMP-Immuntherapie vertrauen soll oder nicht. Wir muten ihm zu, zur Meinungsbildung erst einmal ein Buch zu lesen (Heilende Hitze), er muss einen behandelnden Arzt finden und mit der Kasse verhandeln.

Wir sind aus den uns vorliegenden immunologischen Daten und den genannten ersten Fallstudien hoffnungsvoll, dass PAMP-Therapie vielen Patienten helfen kann. In jedem Fall sollte man sie den Patienten, die nach einer alternativen Behandlung suchen, anbieten. Aus den geschilderten Gründen benötigt es jedoch derzeit noch einen entschlossenen, durchsetzungsfähigen Patienten.

Wie teuer ist die PAMP-Therapie ? 

Die reinen Medikamentenkosten liegen - je nachdem welche Medikamente kombiniert werden - für fünf Wochen PAMP-Therapie zwischen 400 und 700 Euro (Apothekenpreis). Bei stationärer oder teilstationärer Behandlung kommen die Bettenkosten, die Kreislaufüberwachung usw. hinzu.

Kann das auch der Hausarzt machen ? 

Im Prinzip ja. Es sollte allerdings ein Zimmer vorhanden sein, in dem der Kreislauf für mehrere Stunden überwacht werden kann. Manche Patienten, die Erfahrung gesammelt haben, ziehen es vor, unter schriftlicher Einwilligung nach der Infusion zuhaus auszufiebern, wenn eine Betreuungsperson anwesend ist.
Für die Dosisfindung ist ein stationärer Aufenthalt zu empfehlen.

Wie sieht die Behandlung genau aus ? 

Man kommt morgens möglichst nüchtern zur Behandlung und bekommt eine einstündige  Infusion von zwei bis drei PAMP-Medikamenten. Wir empfehlen, sich mit einer Wärmflasche unter eine warme Decke zu begeben, sobald Fieber einsetzt, um die Nebenwirkungen gering zu halten. Die erste Woche dient der Dosisfindung, weitere vier Wochen der Behandlung. In der ersten Woche wird mit einer sehr geringen Dosis angefangen, die Tag für Tag gesteigert wird, bis sich Fieber einstellt. Diese Dosis ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Hat man die passende Dosis gefunden, wird die Infusion zwei- bis dreimal pro Woche über vier Wochen fortgeführt. 

Im typischen Fall beginnt die Körpertemperatur 1-2 Stunden nach Infusionsbeginn zu steigen, erreicht in der Regel 4-5 Stunden nach Infusionsbeginn ihren Höhepunkt und klingt bis zum Abend ab. Abweichungen sind möglich. Oft haben die Patienten hinterher einen gesunden Appetit, der gern gestillt werden soll. 

Welche schweren Nebenwirkungen kann es geben ? 

In einer Sicherheitsstudie konnten wir über 500 Fieberstöße an über 130 Patienten keine einzige schwere Nebenwirkung wie Tumorlysesyndrom, Epilepsie oder Kreislaufkollaps feststellen. Bei der Behandlung mit einer Kombination von PAMP-Medikamenten kam es bei etwa einem Viertel der Patienten zu Übelkeit, Erbrechen oder Kopfschmerzen, bei 12% zu Rückenschmerzen und bei weniger as 1% zu Kreislaufschwankungen oder Schwäche am nächsten Tag. Umgekehrt berichten viele Patienten, dass sie einen oder zwei Tage nach dem Fieberstoß eine ungewöhnliche physische und mentale Stärke verspüren.

Ist es notwendig, vier Wochen lang dreimal pro Woche Fieber zu bekommen ? 

Coley hat behauptet, je häufiger Fieber, desto besser. Das waren Patienten, die nicht durch Chemotherapie oder Bestrahlung vorbehandelt waren. Immunologisch ist das plausibel, denn wir versuchen hier, einen Infekt zu imitieren. Bei schwachen Patienten ist vermutlich eine leichte Dosisreduktion, bei der es nur zu einer geringen Temperaturerhöhung kommt, oder eine Reduzierung der Häufigkeit, besser als die Therapie auszusetzen. Wir konnten auch mit niedrigfrequenter Behandlung positive Ergebnisse erzielen (Reuter, Oettmeier, Hobohm 2018).

Gibt es ein Behandlungsprotokoll ?

Ärzte können bei uns ein Behandlungsprotokoll anfordern.

Würden Sie PAMP-Therapie an sich selbst durchführen lassen ?

Selbstverständlich.


Zusammenfassende Patienteninformation 


 (C) Uwe Hobohm